„Kannst Du mir nicht ein aktuelles Foto von mir machen für XING?“
Nun, warum nicht?! Das bekommen wir schon irgendwie hin… 😉

Einige Portraits habe ich in der Zeit, in der ich meine Kamera habe, ja schon gemacht. Aber was wirklich seriöses, wie ein Business Portrait, war bislang nicht dabei. Wie also macht man so ein Portrait und worauf muss man im Detail achten, was Perspektive, Licht etc. anbelangt? Und kommt man an Informationen hierzu?

Im September habe ich mir das Buch „Porträtfotografie – Die Fotoschule in Bildern“ von Galileo Design gekauft. Auf über 300 Seiten werden Portaits gezeigt und diskutiert, auf die Technik eingegangen und vieles mehr. Auf genau einer Seite wird auch das Thema „Bewerbungsfotos“ beschrieben. Eher mau und nicht das, was ich gesucht habe.

Weiter geht es also über den Klassiker: Google. Die ersten Suchergebnisse führen mich zum DSLR-Forum (http://www.dslr-forum.de), in dem Hobby-Fotografen ihre Portraits zur öffentlichen Kritik stellen. Die ersten Bilder, die mir entgegenspringen, sind überraschend schlecht. Das ist gut. Gut für mich. Denn es hagelt wirklich an Kritik mit entsprechenden Tipps, was falsch gemacht wurde und was man besser machen sollte. Vieles davon ist banal und dennoch wert, genannt zu werden.

Einige der Tipps lauten:

  • Fokus auf die Augen
  • Schärfebereich / Blendenzahl nicht zu klein wählen
  • Charakterzüge und positive Seite der fotografierten Person herausarbeiten
  • Kamera sollte sich auf Augenhöhe befinden, nicht von oben herab oder von unten herauf fotografieren
  • Abstand zum Hintergrund halten, damit z.B. die Struktur der Tapete nicht sichtbar wird
  • Falls möglich, entkoppelt blitzen, dabei einen Blitz schräg oben von vorne, den anderen gegen die Wand oder als Gegenblitz hinter das Modell platzieren
  • Schatten um die Augenpartie vermeiden
  • Gleichmässige Ausleuchtung durch indirektes Blitzen oder die Benutzung von Durchlicht- oder Reflexionsschirm
  • Licht-Setup sollte so gewählt sein, dass die Konturen des Gesichts (auch durch dezenten Schattenwurf) gut zur Geltung kommt
  • Auf Details bei der Kleidung achten (Flusen, Falten, Flecken)
  • Die Kleidung sollte sich vom Hintergrund abheben und nicht kontrastarm wirken

Eine weitere Inspirationsquelle, bevor es dann los ging, war Flickr. Über die Suche habe ich einige wirklich schöne Portrait-Fotos gefunden. Interessant war besonders die unterschiedliche Wirkung bei wechselnder Körperhaltung: frontal, schräg im 45-Grad-Winkel, dynamisch nach vorn gebeugt etc.

Überrascht war ich, dass meine Lieblingslinse (Canon 50mm f/1,8) nicht die erwarteten Ergebnisse geliefert hat. Der Fokus sass nicht dort, wo er sollte und die Schärfe war seltsamerweise auch nicht das gelbe vom Ei. Ausgewichen bin ich dann auf die Makrolinse Sigma 70mm f/2,8, die ich noch immer leihweise vom @Danke_Jones habe. Knackscharf und einfach super im Ergebnis. War schwer beeindruckt!

Während der Fotosession sind run 140 Fotos entstanden, die sich zum Teil nur minimal unterscheiden. Bei der Auswahl fällt es gar nicht so leicht, DAS EINE Foto auszuwählen. Mit dem Bild, das ihr oben sehen könnt, war ich letztendlich am Zufriedensten.

Verglichen mit vielen ruck-zuck-Fotostudios muss sich dieses Portrait-Foto nicht verstecken, finde ich.
Wie ist eure Meinung? Habt ihr noch weitere Tipps, was man beachten sollte oder was an dem Bild noch besser gemacht werden könnte? Nur her damit! 🙂

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